Hallo zusammen,

ich möchte mich heute erneut als Local Lead für den Kreis Offenbach bewerben.

Ich habe diese Aufgabe jetzt seit ungefähr 18 Monaten und wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, ist tatsächlich ziemlich viel passiert. Das größte gemeinsame Projekt war sicherlich die Kommunalwahl. Wir haben viel vorbereitet, diskutiert, organisiert, Wahlkampf gemacht – und am Ende haben wir Mandate gewonnen.

Das war für mich ein wichtiger Moment. Vor allem, weil es gezeigt hat, dass wir gemeinsam wirklich etwas erreichen können.

Und genau darauf würde ich gerne in der nächsten Amtszeit aufbauen.

Ich bin Informatiker und eigentlich schon immer politisch interessiert gewesen. Mittlerweile darf ich selbst als ehrenamtlicher Stadtrat in Rodgau politische Verantwortung übernehmen. Dadurch erlebe ich noch einmal aus einer anderen Perspektive, wie viel Kommunalpolitik ganz konkret bewegen kann – und gleichzeitig, wie wichtig es ist, Menschen mitzunehmen und zu erklären, was man eigentlich macht und warum.

Ich glaube nämlich, dass genau das eine unserer nächsten Aufgaben bei Volt sein muss.

Wir haben gute Ideen. Wir haben klare Werte. Wir haben inzwischen Menschen in kommunalen Mandaten, die diese Werte ganz konkret in politische Arbeit übersetzen.

Aber wir müssen darüber auch reden.

Wenn wir gute Arbeit machen und niemand davon erfährt, hilft uns das beim Aufbau von Volt nur begrenzt. Wir müssen stärker zeigen, was wir tun, wofür wir stehen und auch, was uns von anderen Parteien unterscheidet.

Dabei geht es mir nicht darum, einfach mehr Pressemitteilungen oder mehr Social-Media-Posts zu produzieren. Es geht darum, ein erkennbares Profil zu entwickeln.

Wenn jemand im Kreis Offenbach an Volt denkt, sollte er eine Vorstellung davon haben, wofür wir stehen.

Für ein gemeinsames Europa. Für eine offene und vielfältige Gesellschaft. Für eine Politik, die nach Lösungen sucht, statt Probleme nur zu verwalten. Für Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit. Und für die Bereitschaft, neue Wege auszuprobieren.

Europäisch, pragmatisch und progressiv – das sind für mich nicht einfach drei Begriffe aus unserem Programm. Ich finde, sie beschreiben ziemlich gut, wie wir Politik machen sollten.

Europäisch heißt für mich zum Beispiel auch ganz praktisch: Wir müssen nicht jedes Problem in jeder Stadt neu lösen. Wir können schauen, was in anderen Städten, anderen Regionen oder anderen europäischen Ländern funktioniert und überlegen, was wir davon bei uns nutzen können.

Pragmatisch bedeutet für mich, dass am Ende nicht entscheidend ist, von wem eine gute Idee kommt, sondern ob sie funktioniert.

Und progressiv bedeutet, dass wir bereit sind, Dinge zu verändern und nicht an etwas festhalten, nur weil wir es schon immer so gemacht haben.

Das möchte ich im Kreis Offenbach stärker nach außen tragen.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist für mich die Mitgliedergewinnung.

Wenn wir als Partei wachsen wollen, brauchen wir mehr Menschen, die bei uns mitmachen. Und ich glaube, da können wir noch besser werden.

Wir müssen sichtbarer sein und aktiv auf Menschen zugehen. Gleichzeitig müssen Menschen, die zu uns kommen, relativ schnell einen Platz bei uns finden können.

Nicht jeder möchte Local Lead werden oder ein Mandat übernehmen. Und nicht jeder hat jede Woche mehrere Stunden Zeit für Parteiarbeit.

Der eine möchte vielleicht bei einem Infostand helfen. Die andere interessiert sich für ein bestimmtes politisches Thema. Jemand anderes kann gut organisieren, schreiben, gestalten oder hat einfach Lust, gelegentlich mitzumachen.

Ich möchte, dass wir genau dafür offen bleiben.

Dass neue Mitglieder nicht erst herausfinden müssen, wie alles funktioniert, bevor sie sich beteiligen können, sondern dass wir sie willkommen heißen, miteinander ins Gespräch kommen und schauen: Was möchtest du machen? Was kannst du einbringen? Und wo können wir dich unterstützen?

Dafür brauchen wir natürlich auch vernünftige Strukturen.

Wir haben uns in den vergangenen Monaten verändert und durch unsere Mandate hat sich auch unsere Arbeit verändert. Wir übernehmen heute an anderen Stellen Verantwortung als noch vor 18 Monaten. Deshalb müssen wir auch unsere Strukturen weiterentwickeln.

Mir geht es dabei vor allem um Verlässlichkeit. Wer macht was? Wo findet man Informationen? Wie treffen wir Entscheidungen? Wie sorgen wir dafür, dass Wissen nicht nur bei zwei oder drei Personen liegt?

Und auch: Wie verteilen wir Arbeit so, dass nicht immer dieselben Menschen alles machen?

Das ist wahrscheinlich auch der Informatiker in mir. Ich mag Strukturen, die funktionieren.

Aber gleichzeitig weiß ich aus den vergangenen 18 Monaten auch, dass Parteiarbeit nicht planbar ist wie ein technisches Projekt. Wir arbeiten mit Menschen, wir machen das ehrenamtlich und manchmal funktioniert etwas anders, als wir es uns vorher vorgestellt haben.

Auch das gehört dazu.

Für mich bedeutet Local Lead deshalb auch nicht, alles selbst zu machen oder zu allem die richtige Antwort haben zu müssen.

Ich sehe die Aufgabe eher darin, Dinge zusammenzubringen.

Menschen miteinander zu verbinden, Informationen weiterzugeben, Projekte anzustoßen und dafür zu sorgen, dass aus einer Idee irgendwann etwas Konkretes wird.

Und manchmal bedeutet es auch einfach, da zu sein, wenn jemand etwas machen möchte und Unterstützung braucht.

In der nächsten Amtszeit würde ich außerdem gerne unsere kommunalpolitische Arbeit stärker miteinander verbinden.

Wir haben jetzt Mandate. Damit haben wir eine ganz andere Möglichkeit als noch vor 18 Monaten.

Wir sammeln Erfahrungen in den Kommunen. Wir stellen Anträge, führen Gespräche, erleben, welche Ideen funktionieren und wo wir an Grenzen stoßen.

Dieses Wissen sollten wir stärker miteinander teilen.

Und wir sollten es nach außen tragen.

Denn ich glaube, dass Menschen eine Partei nicht hauptsächlich wegen eines hundertseitigen Programms kennenlernen. Sie lernen sie durch Menschen und durch konkrete Themen kennen.

Wenn wir irgendwo etwas erreichen, sollten wir darüber sprechen.

Wenn wir einen guten Vorschlag machen, sollten wir erklären, warum.

Und wenn etwas nicht funktioniert, dürfen wir auch das offen sagen.

Politische Kommunikation muss für mich nicht perfekt sein. Sie muss glaubwürdig sein.

Genau da sehe ich für die kommende Zeit eine große Chance.

Die Kommunalwahl hat uns eine Basis gegeben. Jetzt sollten wir daraus etwas machen.

Mehr Mitglieder gewinnen. Bestehende Mitglieder stärker einbinden. Unsere Strukturen weiterentwickeln. Unsere kommunalpolitische Arbeit miteinander verbinden und vor allem sichtbarer machen, wofür Volt im Kreis Offenbach steht.

Dabei möchte ich gerne weiter mithelfen.

Ich habe in den vergangenen 18 Monaten einiges gelernt – auch darüber, was gut funktioniert und was wir anders oder besser machen können.

Und ich habe weiterhin Lust auf diese Aufgabe.

Nicht, weil ich glaube, dass ich alles selbst machen kann oder sollte. Ganz im Gegenteil. Ich möchte, dass wir mehr Menschen finden, die Verantwortung übernehmen und ihre eigenen Ideen einbringen.

Denn wenn ich etwas aus der vergangenen Amtszeit mitnehme, dann genau das:

Wir können gemeinsam ziemlich viel erreichen.

Die Kommunalwahl hat das gezeigt.

Jetzt geht es darum, darauf aufzubauen und auch anderen zu zeigen, was wir gemeinsam erreichen können.

Dafür würde ich gerne eine weitere Amtszeit als Local Lead mit euch arbeiten und gestalten.

Ich freue mich über euer Vertrauen.

Danke euch.